Sie tappte online in die Falle Mann soll Frau über Jahre zur Prostitution gezwungen haben

Eine junge Frau lernt online einen Mann kennen und verliebt sich. Kurz darauf beginnt er, sie in die Prostitution zu zwingen. Nun sitzt er in Untersuchungshaft.
Die Münchner Polizei hat einen 49-jährigen Mann festgenommen, der eine junge Frau zur Prostitution gedrängt und finanziell ausgebeutet haben soll. Die beiden hatten sich nach Polizeiangaben im August 2020 kennengelernt und zunächst ein sogenanntes "Sugar-Arrangement" gehabt. Demnach bezahlte der Mann der damals 23-Jährigen Geld dafür, dass sie mit ihm eine Beziehung führte.
Als die junge Frau mehr und mehr echte Gefühle entwickelte, soll der Mann dies ausgenutzt und sie ab Anfang des Jahres 2021 schrittweise dazu gebracht haben, in der Prostitution zu arbeiten. Dabei soll er ihre Preise sowie ihre Leistungen bestimmt und die Anzahl der Feier sowie ihre Einnahmen kontrolliert haben. Zudem forderte er laut Polizei einen Anteil des Geldes sowie Geschenke als Liebesbeweis.
Schließlich soll er der Frau unter dem Vorwand, es sicher aufzubewahren, ihr gesamtes Erspartes abgenommen haben. Zudem soll er sie unter Druck gesetzt haben, mehr Kundentermine wahrzunehmen, indem er mit Liebesentzug drohte und Vergleiche zu anderen Prostituierten zog. Außerdem wird dem 49-Jährigen vorgeworfen, der 23-Jährigen mit Gewalt gedroht und ihr verboten zu haben, sich legal als Prostituierte anzumelden, da sie dann ihre Einnahmen hätte versteuern müssen.
Polizei stellt Geld, Waffen und Handys sicher
Erst Ende 2023 sei es der Frau gelungen, sich von dem 49-Jährigen zu lösen. Bis dahin soll sie einen sechsstelligen Betrag an den Mann gezahlt haben. Nachdem sie 2024 Anzeige erstattet hatte, nahm die Münchner Polizei Ermittlungen auf. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft erließ das Amtsgericht München einen Haftbefehl. Zielfahnder nahmen den Mann schließlich am 25. März 2025 in München fest.
Bei Durchsuchungen von zwei Wohnungen in München wurden nach Polizeiangaben umfangreiche Beweismittel sichergestellt, darunter Bargeld im fünfstelligen Bereich, Mobiltelefone und zahlreiche waffenähnliche Gegenstände. Der 49-Jährige sitzt nun in Untersuchungshaft. Ihm werden Zwangsprostitution, Zuhälterei, Betrug und Anstiftung zur Steuerhinterziehung vorgeworfen.
- Pressemitteilung des Polizeipräsidiums München vom 03.04.2025