1860 trifft auf Cottbus Erst die Kür und dann die Pflicht? "Löwen"-Trainer widerspricht

Mit Cottbus empfangen die Münchner "Löwen" am Samstag einen Aufstiegskandidaten. Coach Patrick Glöckner will sich vor den Lausitzern aber nicht verstecken.
Im Eiskunstlauf ist die Reihenfolge klar vorgegeben: Erst steht die Pflicht an, darauf folgt die Kür. Bei 1860 München könnte man dieser Tage sagen, dass es genau andersherum ist. Zunächst treffen die "Löwen" am Samstag (Anpfiff: 14.00 Uhr) in der 3. Fußball-Liga zu Hause auf den Tabellenzweiten Energie Cottbus. Bereits am kommenden Mittwoch gastiert dann mit dem SV Sandhausen (Anpfiff: 19 Uhr) ein direkter Abstiegskonkurrent im Grünwalder Stadion.
Während gegen den SVS ein Sieg praktisch Pflicht ist, dürfte gegen die Lausitzer jeder Punktgewinn ein Erfolg sein – so sollte man vor den beiden Partien zumindest meinen. Doch ganz so einfach will TSV-Coach Patrick Glöckner diese Rechnung nicht machen. "Mann kann in dieser Liga zu jedem Zeitpunkt jede Mannschaft schlagen. Wir haben zwar den nötigen Respekt vor Cottbus, aber dennoch wissen wir auch, was wir können. Warum sollten wir uns verstecken?", sagte er selbstbewusst auf der Spieltagspressekonferenz am Freitag.
Glöckner setzt gegen Energie auf Heimvorteil
Zumal sich beim Blick auf die aktuelle Formtabelle der 3. Liga die durchaus berechtigte Frage stellt, ob die "Löwen" gegen den FC Energie tatsächlich in der Außenseiterrolle sind. Während die Münchner zuletzt zehn Punkte aus fünf Spielen holten, stehen bei den Cottbusern nur deren sieben zu Buche. Zwar verlor der TSV in der Vorwoche unglücklich mit 0:1 beim VfL Osnabrück, die vergangenen beiden Partien vor den eigenen Fans gewann er aber.
Daher war es auch wenig verwunderlich, dass Glöckner auf der Pressekonferenz noch einmal explizit die Bedeutung des Heimvorteils gegen Energie hervorhob. "Es gibt uns eine enorme Sicherheit. Mit den letzten zwei Siegen hat man gesehen, was das Stadion für eine Wucht hat." Mit dem Rückenwind der Fans könne seine Mannschaft noch einmal "ein, zwei, drei Prozent" draufpacken. "Gemeinsam ist es einfach die geilste Lösung", sagte er.
Patrick Hobsch kehrt in Startelf zurück
Der 48-Jährige erwartet daher ein 50:50-Spiel. Beide Mannschaften hätten einen gewissen Druck – die Cottbuser im Kampf um den Aufstieg in die 2. Bundesliga, "Sechzig" im Kampf gegen den Abstieg. Am Ende sei daher entscheidend, wer die "beste Frische und die Gier" mitbringe, um die Partie für sich zu entscheiden. "Es wird auf jeden Fall eine geile Nummer", prophezeite Glöckner.
Mehr als gelegen kommt ihm dabei, dass er gegen die Lausitzer wieder auf Patrick Hobsch zurückgreifen kann. Der Stürmer (sieben Saisontore) kehrt nach abgesessener Gelbsperre zurück und steht direkt in der Startelf, wie der Coach verriet. Zugleich untermauerte er die Stärken des 30-Jährigen: "In der Box ist Hobschi einer der besten der Liga. Er verändert unser Spiel insofern, dass der Gegner auch gehörigen Respekt vor ihm hat."
- Reporter vor Ort