Interne Untersuchung angekündigt Raubkunst-Debatte: Kunstminister setzt Museumschef ab

Seit Wochen schwelt die Debatte um die Rückgabe von Raubkunst aus den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen. Jetzt zieht Kunstminister Markus Blume Konsequenzen.
Nach den Kontroversen um die Rückgabe von NS-Raubkunst in den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen hat Kunstminister Markus Blume (CSU) den Generaldirektor der Staatsgemäldesammlung, Bernhard Maaz, abgesetzt. Übergangsweise übernimmt der ehemalige Münchner Kulturreferent Anton Biebl die Leitung, teilte Blume mit. Er solle "das Schiff wieder auf Kurs bringen".
Hintergrund der Entscheidung seien "Hinweise auf Vorwürfe zu Fehlverhalten und Organisationsversagen". Der Minister kündigte eine interne Untersuchung an und sprach Maaz seinen Dank dafür aus, "dass er den Weg freigemacht hat für einen Neuanfang bei den Staatsgemäldesammlungen". Der 64-Jährige hatte das Amt zehn Jahre lang inne.
Die Debatte um den Umgang Bayerns mit NS-Raubkunst hatte zuletzt an Schärfe gewonnen. Vertreter von Nachfahren jüdischer Kunstbesitzer sowie deren Anwälte kritisierten die Staatsregierung und forderten mehr Transparenz und Tempo bei der Provenienzforschung. Diese beschäftigt sich mit der Geschichte der Herkunft (Provenienz) von Kunstwerken und Kulturgütern. Besonders die Staatsgemäldesammlungen, zu denen auch die Münchner Pinakotheken gehören, stehen in der Kritik.
- Mit Material der Deutschen Presse-Agentur
- Dieser Text wurde teilweise mit maschineller Unterstützung erstellt und redaktionell geprüft. Wir freuen uns über Hinweise an t-online@stroeer.de.