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Zum journalistischen Leitbild von t-online.Besuch im Fundbüro Fußballpokal und Hochzeitsgeschenk: Diese Kuriositäten verlieren Wiesn-Besucher

Zehn Tage läuft die Wiesn nun schon. Im Trubel kann man schon mal etwas verlieren – mancher Gegenstand im Fundbüro ist dabei ziemlich skurril.
Der Mensch ist vergesslich. Vor allem nach der einen oder anderen Maß Bier. Deshalb werden auf dem Oktoberfest jedes Jahr Tausende von Gegenständen abgegeben, die in und um die Festzelte herum liegengeblieben sind.
Die Sammelstelle für sämtliche Fundstücke befindet sich auf der Festwiese rechts unterhalb der Bavaria, direkt neben dem Büro der Polizei und der Festleitung. t-online durfte einen Blick in die Räumlichkeiten des Wiesn-Fundbüros werfen – und entdeckte unter anderem ein Hochzeitsgeschenk mitsamt Reisegutschein für Barcelona.
Kurioses Fundbüro: Fußballpokal, Hochzeitsgeschenk, Schuhe
Geräumig ist es im Fundbüro auf der Theresienwiese. In grauen Regalen warten hier abertausende Kleidungsstücke und Gegenstände auf die Abholung durch ihre Besitzer. Um einen Überblick zu behalten, werden alle Gegenstände strikt dokumentiert und durchnummeriert.
Neben den weniger überraschenden Fluten an Jacken, Schlüsseln und Mobiltelefonen finden sich hier Jahr für Jahr auch diverse ungewöhnliche Gegenstände ein. Neben einigen Paar Schuhen wurde vor wenigen Tagen unter anderem auch ein riesiger Fußballpokal abgegeben. Dieser trägt die Aufschrift: "Geronimo. 1st place 14th Oktoberfest classics. Füssen BSP Arena".
Außerdem neu im Fundus der Sammelstelle: Ein Hochzeitsgeschenk. "Das Geschenk umfasst eine Karte, ein italienisches Kochbuch und einen Reisegutschein nach Barcelona. Da fragt man sich natürlich schon, warum die Leute so etwas überhaupt mit auf die Wiesn nehmen", sagt Edeltraud Dietl, eine langjährige Mitarbeiterin der Fundstelle, und schmunzelt.
Zwischenbilanz: Viele Fundsachen werden nicht abgeholt
Erst am Sonntag hatte das Fundbüro eine offizielle Zwischenbilanz zu den Fundsachen auf dem 188. Oktoberfest herausgegeben. Mehr als 1.200 Gegenstände wurden in der ersten Wiesn-Woche abgegeben. Das sind rund 150 Fundsachen mehr als im Vorjahr 2022.
Darunter befinden sich 220 Geldbeutel, 80 Brillen, 65 Taschen und Rucksäcke sowie 150 Smartphones. Von den 1.200 Fundobjekten konnte zunächst nur ein Bruchteil, nämlich 250 Gegenstände, an die Inhaber zurückgegeben werden.
Das Fundbüro hat täglich von 13 bis 22 Uhr geöffnet. Auch noch einen Tag nach Ende der Wiesn, am 4. Oktober, können Fundsachen zwischen 10 und 18 Uhr abgeholt werden. Danach wandern die Gegenstände ins Fundbüro der Stadt München.
Bei der Abholung gibt es eine Gebühr (Kostenersatz) zu entrichten, die individuell für jeden Fundgegenstand berechnet wird. Wer Handy und Co. verloren hat, muss sich über die SIM-Karten-Nummer als Besitzer identifizieren lassen können – PIN oder Face ID reichen nicht aus.
Wer einen Schlüssel abholen will, muss einen identischen Zweitschlüssel mit sich führen. Wenn er nicht gerade verloren gegangen ist, sollte unbedingt auch ein amtlicher Lichtbildausweis zur Abholung mitgebracht werden.
- Reporterin vor Ort